good morning Finland – every day the same.

Dormitory. 6:51 Uhr der Wecker klingelt. Ich hasse dieses schrille Geräusch am Morgen. Denn jetzt weiß ich es ist Zeit aufzustehen. In Deutschland wäre ich schon längst auf dem Weg zur Arbeit. In Finnland drücke ich nochmal die Schlummertaste, um eine halbe Stunde später dann ein Bein nach dem anderen aus dem Bett zu stellen. Wie jeden Morgen bin ich völlig erschöpft. Ja, man könnte sagen auch ein bisschen ausgebrannt. Im Wohnzimmer klappert schon das erste Geschirr. So trotte ich völlig verschlafen ins Badezimmer um mich fertig zu machen. Vorausgesetzt es wird nicht wieder von einer meiner sieben Mitbewohnerinnen belegt. Bei dem Blick in den Spiegel könnte man ein wenig in Selbstmitleid verfallen. Sind das Augenränder? Nein natürlich nicht. Das sind lediglich Schatten großer Taten. So beginnt mein morgendliches Ritual: Bad, Arbeitsstullen schmieren, los zum Bus. Wobei ich anmerken muss, dass ich deutsches Brot vermisse. Hier gibt es kein Schwarzbrot. Ich kann es noch nicht mal beschreiben wie es hier ist. Aber ein Wort trifft es mit Sicherheit: trocken. In Finnland gibt es keine Bäckereien (zumindest in Rovaniemi nicht). Hier kauft man dieses lecker Abegepackte aus dem Supermarkt. Aber um beim Thema zu bleiben…! Nun beginnt der Teil meines Tagesablaufes den ich am meisten hasse. Die Busfahrt. Zwei Stunden für Fahrt für lächerliche zehn Kilometer. Da kommt Freude auf. Jeden Morgen der schmierige Busfahrer, der mich durch seinen Rückspiegel beobachtet. Er hat diese Tattoowierungen auf den Fingern. Krampfhaft versuche ich jeden Tag bevor ich meine Buskarte in dieses Lesegerät stecke, zu entziffern, was da steht. Leider ohne Erfolg. Stattdessen läuft mir jedes Mal ein Schauer über den Rücken, wenn er sich wie ein Honigkuchenpferdchen freut, wenn ich den Bus betrete. Man hat in den zwei Stunden eine Menge Zeit Dinge zu beobachten und so wurde es zu meiner Lieblingsbeschäftigung die Leute und ihre Gewohnheiten zu analysieren. Ich wusste ja vorher schon das es komische Leute gibt, aber in Finnland kann man jeden Tag wie ein kleines Kind die Welt neu entdecken. Von Hausschuhträgern bei -20 Grad bis hin zu Minirockträgerinnen. Hier ist alles möglich. Man könnte fast sagen, dass ist das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. 😉 Die Busfahrt durch die Wälder Finnlands direkt zum Arctic Circle. Zusammen im Bus mit mir schon die ganzen japanischen und russischen Touristen, denen ich gleich die großen Pforten zum Santa Village öffnen werde. Die strahlenden Kinderaugen, die es kaum erwarten können den echten Weihnachtsmann zu treffen und ihm ihre gemalten Bilder und selbstgebastelten Souvenirs zu überreichen. Gedanklich gehe ich meinen Tagesablauf durch. Was steht heute wieder an? Wie viele Zertifikate zur Überquerung des Polarkreises muss ich ausstellen? Wie viele Reisepässe muss ich stempeln? Wie viel Papierkram fällt wieder an? Es ist soweit…ich öffne die großen grünen Doppeltüren des Santa Villages und empfange die internationalen Gäste. So kann ein neuer Arbeitstag beginnen. Good Morning Finland.

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