dormitory.

Es sind minus dreiundzwanzig Grad als ich heute Morgen das Dormitory verlasse. Dieses finnische holzähnliche rotgeklinkerte Betonhaus. Es ist im Bungalowstil errichtet und bietet mir nun schon seit knapp sechs Wochen Unterschlupf. Am Anfang musste ich mich an diesen finnischen Lebenstil erst gewöhnen. Sicherheit geht vor und deshalb gibt es Türen und Fenster immer im Doppelpack. Es reicht ja nicht, dass man auch nur eine Tür aufschließen muss, wenn man seinen schweren Einkauf nach Hause buckelt. Nein. Die Finnen mögen es kompliziert. So auch mit den Fenstern. Doppelte Fenster. Was vermutlich als Kälteschutz dienen soll, wird in den Wintermonaten eher zu einer sauerstoffarmen Buchte, in der man hechelnd an der 30 x 30 cm Lucke nach Luft ringt. An den großen Fenstern sind keinerlei Griffe zum Öffnen vorhanden. So heißt es jedes Mal vor dem Betreten des Flachbaus tief Luft holen. 😉 Die luxuriöse Küchenzeile von 1,5 m mit zwei Herdplatten reicht für acht Mädels vollkommen aus. Manchmal kommt man sich vor wie in einer Kantine – man muss anstehen um sein Essen zu bekommen. Da Teller und Tassen im „Überfluss“ vorhanden sind, muss man auch nicht gleich abwaschen, wenn man etwas benutzt hat. Denkste. Als Erleichterung gibt es jedoch diese tollen finnischen Abtropfregale, welche fest integriert in den Schränken sind. So heißt es Abwaschen, reinstellen und der Rest erledigt sich von selber. Die amerikanische Küchenzeile lädt zu einem Pläuschen im geschmackvoll eingerichteten Wohnzimmer ein. Wenn dann mal auf dieser kackibraunen Couch Platz sein sollte. Originale Picassobilder an den beigen Wänden runden das Ganze ab. Design pur. Mein liebster Raum ist aber immer noch das Badezimmer. Hier herrscht ein Tropenwaldklima und das mitten in Finnland. Wahnsinn. Es ist wie Urlaub in einem der kältesten Länder der Welt. Diese Gummizelle, ausgestattet an Wänden und Böden mit PVC im DDR-Blümchen-Stil lädt zu krebserregenden Abenteuer ein. Es ist der einzige Raum der dem finnischen Stil einigermaßen treu geblieben ist. Das Badezimmer besitzt nämlich eine Holzdecke, die aufgrund der Möglichkeit das Fenster nicht zu öffen, sich im besten Zustand befindet. Zu erwähnen ist auch noch die Popodusche. Eine kleine Brause, die eher nach einem Microfon, als nach irgendetwas anderem aussieht. In manchen Discotheken benutzt man sowas zum Befüllen der Gläser mit Mineralwasser. In Finnland eben nicht. Mineralien sind bestimmt dennoch enthalten. Das Leben im Dormitory ist schon Klasse…!

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4 Gedanken zu „dormitory.

  1. Süsse, wat bin ich grad am lachen und ich muss sagen, ich vermisse diese spartanisch eingerichtete wohnung 😦 wurde unsere wohnung denn in der zwischenzeit mal aufgefüllt?

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